Hauterkrankungen durch Sport

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Sports als wichtiger Bestandteil des modernen Lebens ist unbestritten. Dem gegenüber stehen aber auch gesundheitsschädliche Folgen wie z.B. Verletzungen oder chronisch degenerative Veränderungen des Bewegungsapparates. Die Haut ist beim Sport mechanischen Belastungen wie Hitze, Kälte, UV-Strahlung, Krankheitserregern oder auch Allergenen ausgesetzt. In erster Linie rufen sportliche Tätigkeiten verletzungsbedingte Hauterkrankungen hervor. So stehen durch akute mechanische Belastungen Blasen durch neues oder schlecht sitzendes Schuhwerk, Faltenwurf der Socken und das feucht-warme Millieu im Sportschuh, im Vordergrund.

Offene Blasen als Pforte für Krankheitserreger

Offene Blasen sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch eine Eintrittspforte für zahlreiche Krankheitserreger. Gelegentlich sind sie der Beginn einer bakteriellen Infektion oder einer Pilzerkrankung im Bereich der Füße. Deshalb sollten offene Blasen mit antiseptischen Mitteln und polsternden Pflasterverbänden behandelt werden. Bei intakten Blasen sollte das Blasendach belassen werden, die Flüssigkeit nach Desinfektion möglichst durch eine Kanüle abgezogen werden.

Neben Blasen durch mechanische Überlastung entstehen Schwielen durch chronische Fehl- oder Überbelastung. Geeignete Gegenmaßnahmen sind hornlösende Salben oder wiederholte Seifenbäder (15 Min. in lauwarmem Wasser). Auch mechanische Abtragung mit Bimsstein oder durch medizinische Fußpflege ist sinnvoll.

Fehlsportarten sind die Auslöser

Bei Feldsportarten sind die Zehen besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Hierzu zählen Jogging, Wandern, Bergsteigen, Skifahren oder auch Sportarten, bei denen häufig schnell beschleunigt und abgebremst wird (Tennis, Fußball). So kann es leicht an den Zehnägeln zu Symptomen wie Blutergüssen mit Blaufärbung und Ablösung der Nägel kommen. Auch Schädigung der Nägel (Onychodystrophie) kommen vor.

Vorgeschädigte Nägel sind aber anfällig für Pilzinfektionen (Onychomykose), die die Zerstörung vorantreiben. Hierbei ist zu erwähnen, dass zu lange Zehnägel die mechanische Angriffsfläche erhöhen und die Anfällgkeit erheblich verstärken.

Traumatisierte Nägel mit schwärzlichrötlichen oder bläulichen Verfärbungen können im Zweifelsfall auch mit dem Vorliegen eines malignen Melanoms (schwarzer Hautkrebs) verwechselt werden. Im Zweifelsfall hilft die dermatologische Untersuchung mit Auflichtmikroskopie zur Klärung der Diagnose.

Ein weiteres Risiko, insbesondere bei schnellem Starten und Stoppen der Füße, sind akute Entzündungen der großen Zehen, gekennzeichnet durch Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit. Hier müssen Medikamente wie Diclofenac gegeben werden, mit einer längeren Ruhezeit ist zu rechnen.

Fußpilz – häufigste Erkrankung unter Sportlern

Sehr häufig sind durch sportbedingte Hautinfektionen im Bereich der Füße (gelegentlich auch an den Händen) Fußpilz die Folge.

Fußpilz ist vermutlich die häufigste Erkrankung, die Sportler befällt. Diese wird überwiegend durch Fadenpilze hervorgerufen, teilweise sind sehr chronische und hartnäckige Pilzerkrankungen die Folge. Das feuchtwarme und geschlossene Milieu der Sportschuhe begünstigt das Auftreten von Fußmykosen. Starken Juckreiz, Überlagerung mit allergischen Ekzemen und auch zusätzliche bakterielle Infektionen (Wundrose) sind nicht selten die Folge solcher Infektionen.

In jedem Falle ist eine konsequente antimykotische Therapie mit Lösungen, Cremes und gegebenenfalls auch mit der internen Behandlung durch Tabletten notwendig. Mykosen, aber auch bakterielle Infektionen neigen sehr stark zu einem chronischen Verlauf.

Eine häufige oberflächliche Hautmykose ist der sogenannte "Weißfleckenpilz". Diese an sich harmlose Erkrankung verläuft außerordentlich chronisch und ist in erster Linie kosmetisch störend. Zur Behandlung stehen antimykotische Cremes oder Shampoos zur Verfügung.

Neben Pilzen und Bakterien kommen auch virusbedingte Erkrankungen wie Warzen, Condylome oder Herpes, im Sinne von Ansteckungen in Sportstätten, Umkleidekabinen oder Duschen, häufig vor. Trotz Ihrer Harmlosigkeit können insbesondere Warzen und rezidivierender Herpes außerordenlich chronisch verlaufen. Auch die Behandlung gestaltet sich häufig schwierig.

Sportler sind im Freien zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Sonne, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Allergene spielen die Hauptrolle. Konsequenter und ausreichender Sonnenschutz werden gerade von Freizeitsportlern häufig vergessen. Dies führt zu vorzeitiger Hautalterung und erhöht das allgemeine Hautkrebsrisiko.

Dr. Rolf Gräßel, Dermatologe


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