Erst Freund, dann Feind

Darmpilze verursachen nicht nur Verdauungsstörungen

Es ist schon ein Übel mit den Pilzen im Darm. Aber was soll man tun? Wie bekomme ich die lästigen Pilze, insbesondere die widerlichen Hefepilze los?

Es ist gar nicht so einfach. Allzu oft hört man, "die machen doch nichts, die hat doch jeder". Das ist schon richtig, solange Pilze mit uns in Symbiose leben, aber nicht, wenn sie im Darm überhand nehmen. Spätestens dann muss etwas geschehen, sollen nicht ernsthaftere Erkrankungen folgen.

Pilze sind rücksichtslos

Bagatellisieren kann man Hefepilze nicht, denn sie haben nur ein Ziel: sich schnell zu vermehren, um Überleben zu können. Bei diesem Vorgang wird unsere Darmabwehr praktisch eliminiert.

Pilze verändern im Darm das Stoffwechselsystem.

Sie nehmen Kohlenhydrate am liebsten für sich alleine in Anspruch. Ergebnis sind häufige rezidivierende Durchfälle, bzw. in seltenen Fällen auch Verstopfungen. Weiterhin starten Pilze einen Angriff auf die Bauchspeicheldrüse, in dem sie eine Funktionsblockade aufbauen. Hierdurch ergeben sich Probleme im Aufspalten unserer Speisen.

Die Folgen sind Blähungen, Verstopfungen, Durchfälle und Organbelastungen. Durch die veränderten Verhältnisse im Darm überlasten wir unsere Leber und das Gallensystem in zunehmenden Maße. Dies führt leider ebenso zu vermehrten Verdauungsstörungen, die sich unter anderem als Herzkreislaufbeschwerden und überhöhten Blutdruck äußern können.

Gelenkbeschwerden, Allergien und Depressionen durch Pilzerkrankungen

Als wenn dies nicht schon genug wäre: Hefepilze erzeugen unter Umständen auf längere Sicht gesehen, echte Krankheitsbilder. Leider erkennt man sie nicht immer sofort als Folge von Pilzerkrankungen.

Drei Krankheitsbilder können tatsächlich durch Pilze hervorgerufen werden:

  1. beginnende generalisierte, schmerzhafte Gelenkbeschwerden,
  2. Allergien und Hauterkrankungen sowie
  3. vegetative Dystonien,

die sich bis zu Depressionen entwickeln können. Darmpilze zeigen sich auch als Pilzbefall beim Säugling (Windel) oder im Genitalbereich.

Erkältungssymptome als Hinweis auf Pilzbefall

Es ist also eine Spielart und Laune der Natur, die solche Kuriositäten hervorbringt.

Natürlich gibt es Hinweise auf Hefepilzbefall. Patienten leiden öfter unter Husten, Schnupfen, Heiserkeit und grippalen Infekten (schwindende Abwehrkraft des Körpers). Blähungen, Verstopfungen, unerklärliche Durchfälle lassen unter Umständen den Verdacht auf Pilze zu. Magenbeschwerden, unangenehmer Mundgeruch, ein nicht erklärbarer Bluthochdruck, sind alles Varianten eines Erscheinungsbildes der Pilze.

Leichtes Hüsteln sowie leichte Bronchitiden, die kaum auskuriert werden können und immer wieder auftauchen. Dies sind alles unklare Erscheinungen, die die Diagnose auf Pilz kaum zulassen, zumindest sehr erschweren. Es zeigt sich auch immer wieder, dass eine Gewichtsreduktion bei einer bestehenden Darmmykose praktisch nicht möglich ist. So kann die Liste noch ellenlang werden, ohne dass ein ganz konkreter Verdachtsmoment auf Pilz fallen würde.

Dr. Andrea Stiasny-Simon, Internistin, Frankfurt a. M.

Pilz – ein Unikum mit dem wir leben...

...aber bitte nicht zu viele davon im Darm!

Wie soll die Frage nach dem „ Warum Pilze" beantwortet werden?

Wann bekomme ich Pilze, wie bekomme ich Pilze und warum reagiert mein Immunsystem nicht auf die Plagegeister?

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