Keine gute Nummer

Grundsätzlich werden Zusatzstoffe zur Herstellung von Lebensmitteln nur zugelassen, wenn sie in normaler Dosierung nicht gesundheitsschädlich sind.

Trotzdem kann es bei empfindlichen Menschen zu gesundheitlichen Reaktionen kommen. Symptome einer Lebenmittelallergie können Hautreaktionen, Asthma, Migräne, Übelkeit oder Durchfall sein. Bei dieser Form von Lebenmittelunverträglichkeit ist es schwierig, die krankheitsauslösenden Stoffe zu identifizieren. Man kann kaum vermeiden, sie zu sich zu nehmen. Bei vielen Produkten werden keine vollständigen Angaben über Zusatzstoffe gemacht, weil sie gesetzlich nicht vorgeschrieben sind. So müssen bei Honig, Zucker, Kakaoerzeugnissen, Kaffee-Extrakten, Aromen und alkoholischen Getränken mit mehr als 1,2 % Alkohol (Wein, Likör) keine Inhaltstoffe gelistet sein. Auch die Hersteller unverpackter Waren wie Bäcker oder Metzger müssen keine Angaben über Zusatzstoffe in ihren Produkten machen.

Welche E-Nummern gelten als besonders gesundheitsgefährdend?

Farbstoff (E 100-199)

In dieser Gruppe ist z.B. Chinolingelb (E104) bedenklich. Es ist vor allem in Limonade, Kaugummi, Kunstspeiseeis, Räucherfisch und Süßwaren enthalten.

Konservierungsstoffe (E 200-299)

Allergische Reaktionen sind gegen Benzoesäure (E210) bekannt. Sie wird vor allem für Gemüse- und Obstkonserven sowie für Majonaise und majonaisehaltige Produkte (Fleischund Wurstsalate etc.) verwendet. Empfindliche Menschen sollten auf die als Schwefeldioxid deklarierten Zusatzstoffe (220- E228) achten. Diese können Übelkeit, Kopfschmerzen, Völlegefühl und Durchfall sowie Allergien und Asthmaanfälle verursachen.

Antioxidationsmittel (E 300-321)

Hier sollten man besonders auf Propylgallat oder Gallat (E310) achten. Es verhindert das Ranzigwerden von Fett, wird unter anderem in Margarine, Bratöl, Frittierfett, Milchpulver, Kaugummi, Marzipan, Nougat, Trockensuppen und Würzungsmittel verwendet. Es kann Allergien und Asthma auslösen. In Kleinkind- und Säuglingsnahrung ist es verboten. Aus dieser Stoffgruppe kann Glutamat oder Glutaminsäure (E 620) bei sensiblen Menschen das sogenannte „Chinarestaurantsyndrom" mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackensteifheit bewirken. Selbstverständlich sind nicht alle Zusatzstoffe bedenklich. Es gibt also keine Veranlassung, sich übertrieben zu sorgen. Wenn man jedoch halbwegs sicher sein will, was man zu sich nimmt, sollte man möglichst auf alle Fertigprodukte verzichten. Ein ENummer-Führer, der überall im Handel erhältlich ist, verschafft den nötigen Durchblick. Wer biologisch produzierte Lebensmittel kauft, bekommt nicht nur besseren Geschmack, sondern ist auch relativ gut geschützt vor schädlichen Zusatzstoffen.

Dr. med. Andrea Stiasny-Simon, Internistin Frankfurt a. M., www.dr-stiasny-simon.de


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