Richtige Ernährung bei Neurodermitis

Ernährung ein entscheidender Faktor

Neurodermitis ist neben der Schuppenflechte (Psoriasis) die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung. Obwohl die Erkrankung auf einer Veranlagung beruht, ist die Bereitschaft der Haut erhöht, auf unterschiedliche Reize mit Entzündungserscheinungen, Ekzemen und Juckreiz zu reagieren.

Neben Infektionen, Klima, psychischen Einflüssen und allgemeinen chemischen Substanzen spielen Ernährungsfaktoren sowohl allergischer, aber auch nichtallergischer Art (Nährungsmittelintoleranz) eine entscheidende Rolle für Auslösung und Verlauf dieser schwerwiegenden, häufig auch Kinder betreffenden, Erkrankung.

Echte Nahrungsmittelallergien mit Bildung von Immunglobulin-E-Antikörpern sind mit etwa 10% bei Neurodermitikern nach neueren Forschungsergebnissen eher relativ selten. Hier spielen in erster Linie sogenannte Kreuzallergene mit Pollen eine Rolle. Bekannt sind beispielsweise Reaktionen bei Allergikern gegen Baumpollen (v.a. Birke, Erle und Hasel), auf Nüsse, Kernobst (z. B. grüne Apfelsorten) aber auch gegen Gewürze wie Sellerie oder Paprika.

Während diese eher seltenen Reaktionen durch moderne Allergietestverfahren gut feststellbar sind, entziehen sich die viel häufigeren Nahrungsmittelintoleranzen dieser Diagnostik, da keine IgE-Antikörper gebildet werden. Auch der Hauttest verläuft hier negativ. Die Symptome solcher, auch Pseudoallergien genannten, Reaktionen können dramatisch verlaufen und auch die Abheilung einer Neurodermitis verhindern. Beschwerden dieser Art werden vornehmlich durch folgende Nahrungsmittel ausgelöst: Kuhmilch, Hühnereier, Fisch, sojahaltige Nahrung, sowie die große Zahl der Nahrungsmittelzusätze, die in der Krankheitsauslösung eine immer größere Bedeutung erlangen. In erster Linie sind hier Konservierungsstoffe wie Parabene (E 214-218) oder Sorbinsäure (E 200), Farbstoffe (E 104/108/124) und künstliche Aromastoffe zu nennen.

Verdacht durch Auslassversuche selbst überprüfen

Was ist in einem solchen Fall zu tun?

Wenn sich durch Selbstbeobachtung ein Verdacht auf Unverträglichkeit ergibt, sollte dies zunächst durch Auslassversuche überprüft werden. Auch eine Provokationsdiät wäre denkbar. Führt dies nicht zur Ermittlung der Nahrungsmittelunverträglichkeit, können alternative Methoden sehr gute diagnostische Hilfe leisten. Da keine Labor- oder Hautdiagnostik bekannt ist, sollte hier eine Diagnostik durch „Applied Kinesiolgy" (AK) durch entsprechend ausgebildete Ärzte erfolgen.

Intoleranzen durch Muskeltests bestimmen

Durch Muskeltests und spezielle Exposition der verdächtigen Substanzen können Intoleranzen meist schnell und sicher bestimmt werden. Erst das Weglassen dieser oft schwer erkennbaren Auslöser ermöglicht eine wesentlich bessere Behandlung der schwierigen, chronischen und sehr belastenden Hautkrankheit. Dadurch ist es möglich einen sinnvollen und effektiven Diätplan zu erstellen - der Schlüssel zum therapeutischen Er folg!

Dr. med. Rolf Gräßel, Dermatologe, Bayreuth, www.dr-graessel.de


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