Traditionelle chinesische Medizin (TCM)

Wo sie herkommt, wie sie funktioniert

Im Laufe der Jahrtausende entstand im kulturell hoch entwickelten China eine ganzheitliche Medizin, die aber auch als einen wesentlichen Bestandteil die Vorsorge im täglichen Leben beinhaltet. Also das, was heute oft gefordert, aber leider selten umgesetzt wird.

Wirksamkeit der Akupunktur ist längst bewiesen

Bei uns bekannt ist vor allem die Akupunktur, die schon im 17. Jahrhundert den Eingang nach Europa fand. Mit Hilfe von Nadeltechniken werden Energieflüsse im Körper in den so genannten Meridianen wieder harmonisiert, Energieblockaden aufgelöst. Die Wirkung der Akupunktur ist nicht nur an Millionen Chinesen erprobt, sondern auch mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen. Von der WHO (World Health Organization = Weltgesundheitsorganisation) werden viele Indikationen für die Akupunktur genannt.

Eine wesentliche Bedeutung in der TCM hat die Kräutertherapie

Von den mehreren tausend Kräutern werden etwa 500 verwendet. Der Arzt erstellt eine Rezeptur in der mehrere Kräuter mit ähnlicher, oder sich unterstützender Wirkung gemischt werden. Daraus wird ein Tee (Dekokt) zubereitet und über eine bestimmte Zeit getrunken. Mit diesen Teezubereitungen lassen sich auch bei Erkrankungen, die unsere westliche Medizin nicht heilen kann, erstaunliche Erfolge erzielen, so auch eine Stärkung des Immunsystems.

Tui Na Massage hat mit der Massage, die wir kennen nicht viel gemeinsames. Es gibt viele spezielle Techniken, die auf die Muskeln, Sehnen, Gelenke, Gewebe, auch innere Organe aber besonders auf Akupunkturpunkte und Leitbahnen einwirken.

Regelmäßige Bewegung für mehr Energie

Als Chinareisender sieht man schon in der Morgendämmerung einzelne Menschen oder Grüppchen auf der Straßehinter einem Baum oder im Park morgendliche Übungen durchführen. Mit Qi Gong, einer Art Gymnastik zur Anregung der Atmung und des Energieflusses, zur Verbesserung der Haltung und um sich mit meditativen Übungen zu sammeln, ertüchtigen sich die Chinesen in der Früh, am Arbeitsplatz und auch in der Schule. Das gleiche erreicht man auch mit Taijiquan, nur dass hier auch noch der Aspekt der Selbstverteidigung dazu kommt.

Innere und äußere Harmonie

Mit der chinesischen Diätetik werden Krankheiten behandelt, aber auch von vorn herein vermieden. Sie klassifiziert Lebensmittel nach ihrem Geschmack, der Temperatur (z.B. heiß für Pfeffer und Ingwer, kalt für Pfefferminze), Wirkrichtung und der Zuordnung zu bestimmten Organen. Es wird Rücksicht auf die Jahreszeiten und auch auf die geografische Lage (kaltes Gebirge oder heiße Wüstengegend) genommen. Jeder kann die wohltuende Wirkung einer gut durchgekochten Hühnersuppe bei Schwäche nach einer Erkältung selbst ausprobieren.

Da unser Wohlbefinden und auch die Gesundheit stark von unserer Umgebung abhängen, befasst sich Feng Shui mit der Gesamtharmonie im Haus und am Arbeitsplatz. Im Idealfall wird schon das Grundstück nach bestimmten Kriterien ausgesucht, das Haus und die Raumaufteilung geplant. Aber auch bei bestehenden ungünstigen Gegebenheiten lassen sich mit bestimmten Kunstgriffen Raumklima und Wohlbefinden wieder herstellen. Dazu reicht manchmal nur das Aufstellen einer Pflanze oder eines Springbrunnens an einer bestimmten Stelle, die Farbwahl, das Umstellen des Schreibtisches oder das Anbringen eines Spiegel an der richtigen Stelle. Runde Formen werden spitzen oder scharfen Kanten vorgezogen.

Der ganzheitliche Ansatzpunkt findet sich in der TCM genau so, wie bei uns in der Homöopathie. Hahnemann hat als erster Mediziner durch saubere, systematische Forschung gefunden. So wie ihm, werden auch der TCM von Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen. Die WHO empfiehlt bei unzähligen Krankheiten die TCM. Aber, dass dieser Ansatz der richtige ist, setzt sich allmählich auch in der universitären Schulmedizin durch. So wie unlängst in Zürich, als Dr. Suwanda den Ruf an den neu geschaffenen Lehrstuhl für TCM erhalten hatte. Er sucht seit Jahren im Reich der Mitte nach Meistern, die noch in stillen Winkeln die „Kulturrevolution", die alles Traditionelle zu vernichten versuchte, überlebten.

Deren Wissen wird so der modernen Medizin erhalten.

Dr. Peter Blaha, Leiter Qualitätszirkel Akupunktur, Obernsees


Medizinisches Versorgungszentrum Stiftland
Stegwiesenstr. 5 · 95652 Waldsassen · Tel. 0 96 32.9 12 10 · Fax 0 96 32.9 12 11